Wie gut sind wir in Recke mit E-Government?

Antrag der Recker FDP: Die digitale Kommunikation mit den Bürgern muss verbessert werden

Hardware können wir bei der Digitalisierung in Recke schon sehr gut. Mit der Verlegung von Glasfaser sind wir bereits weiter, als so manche Großstadt, z.B. Münster. Aber können wir auch Software? Können Verwaltung und Bürger bereits ausreichend gut und einfach wechselseitig digital kommunizieren?

Leider noch nicht und wir Freidemokarten meinen, das sollte sich bald ändern, zumal eine Studie der Kommunalen Gemeinschaftsstelle für Verwaltungsmanagement KGST zu dem Ergebnis kommt, dass 70 Prozent der Kernprozesse bei Städten und Gemeinden durch E-Government verbessert werden könnten und dadurch Kosten in Höhe von 20 bis 40 Prozent eingespart werden.

 

Wie gut sind wir denn in Recke?

Die Landtagsfraktion der Grünen NRW hatte letztmalig im April 2016 alle Kommunen im Land einem alle zwei Jahre stattfindenden Online-Check unterzogen. Dabei wurden alle auffindbaren Web-Angebote der NRW-Kommunen, nämlich 396, daraufhin untersucht, welche Möglichkeiten sie bieten, Behördengänge durch Online-Angebote zu vermeiden, online an politischen Debatten und Entscheidungen zu partizipieren und auf Daten der Verwaltung zuzugreifen. Recke erreichte in der Gesamtbewertung leider nur Platz 263 und verschlechterte sich damit nochmals nach Platz 234 im Jahr 2014. Eine relativ gute Platzierung einer mit Recke in etwa vergleichbaren Kommune aus der Nachbarschaft erreichte beispielsweise Hörstel. Hörstel konnte sich innerhalb zweier Jahre von Platz 234 auf Platz 99 verbessern.

Sowohl Hörstel als auch Mettingen bieten zudem auch optisch eine wesentlich übersichtlichere Web-Präsenz an, auf der Bürgerinnen und Bürger besser die für ihre Anliegen notwendigen Bereiche aufsuchen können.

 

Was ist zu tun?

Wir beantragten, in diesem Jahr konzeptionell daran zu arbeiten, welche Angebote wir in naher Zukunft für unsere Bürgerinnen und Bürger bereithalten wollen und welche möglichst ausbaufähige Softwarelösung dafür infrage kommt. Sicherheitshalber beantragten wir, dafür einen Betrag von zunächst 4.000,- Euro in den Haushalt 2018 einzustellen, um handlungsfähig zu sein, falls nicht bereits an andere Stelle Beträge für eine solche Ausgabe vorgesehen seien.

 

Wie wurde der Antrag beraten?

Kämmerer Reiners konnte, wie von uns erhofft, bestätigen, dass bereits Mittel zur Verbesserung von WEB-Präsenz und E-Government im Haushalt 2018 enthalten sind. Bürgermeister Kellermeier teilte mit, dass über den Zweckverband Kommunale ADV-Anwendergemeinschaft West (KAAW) mit Sitz in Ibbenbüren inzwischen an einer Digitalstrategie gearbeitet werde. Näheres ließ sich leider noch nicht erfahren, aber die Verwaltung werde versuchen, im Frühjahr erste Ergebnisse in den Gremien und im Rat vorgestellen zu lassen.

Da sind wir gespannt und hoffen, dass Recke im Ranking der digitalen Kommunikation bald viel weiter vorne liegt.

 

Die IVZ schrieb zur Antragsberatung am 01.02.18

„Sowohl Hörstel als auch Mettingen bieten eine wesentlich übersichtlichere Web-Präsenz an, auf der Bürger rascher die für ihre Anliegen notwendigen Bereiche aufsuchen können“, findet die FDP.

Das sahen andere Ratspolitiker in der Sitzung ähnlich. Holger Tietmeyer (CDU): „Unsere Internetseite ist nicht mehr die modernste. Man muss viel klicken und wissen, wo was steht.“ Auch Jürgen Visse (KBR) sprach von einem „sehr sinnvollen Antrag“. Er frage sich aber angesichts der verschiedenen Auftraggeber, wie viel Zeit der IT-Service-Manager [der KAAW] am Ende für Recke haben werde. Dieser Fachmann werde für vier bis fünf Kommunen und damit für eine überschaubare Zahl zuständig sein, erklärte Eckhard Kellermeier dazu auf Nachfrage dazu. „Auch hausintern haben wir dafür Kapazitäten“, so der Bürgermeister weiter.

Alle zwei Jahre ein Online-Check der nordrheinwestfälischen Kommunen. Die Arbeitsgruppe der NRW-Landtagsfraktion der Grünen/Bündnis 90.

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Optisch und funktional noch nicht auf der Höhe der Zeit. Reckes Homepage. (vergrößerbar)

Zumindest optisch sehr gelungen. Mettingens Gemeinde-Homepage.

(vergrößerbar)

Homepage der KAAW

Im Lenkungsausschuss der KAAW und für unsere Fragen offen. Die FDP-Bürgermeisterin der Stadt Steinfurt, Claudia Bögel-Hoyer.



Zur raschen Orientierung E-Governmenr Monitor 2017


Vortrag zum E-Government der Firma Citkomm. Etwas trocken, aber sehr informativ.